Welttag der Patientensicherheit

Wie effizientere Kommunikation die Patientensicherheit erhöhen kann



17.09.2020; Lesedauer: 3 Minuten

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) begeht am 17. September den Welttag der Patientensicherheit (https://www.aps-ev.de).

Patientensicherheit bedeutet, Risiken und potentielle Fehlerquellen in der Patientenversorgung frühzeitig zu identifizieren und zu korrigieren. Mit e-Medikation, Hygienemanagement-Lösungen und automatischer Übertragung von bspw. Vitalwerten ins Krankenhausinformationssystem (KIS) gibt es viele digitale Ansätze, die Patientensicherheit zu erhöhen. 

 

Neben solchen, auf spezifische Probleme abzielende Lösungen, kann auch eine bessere, intersektorale Vernetzung und Kommunikation erheblich zu einer höheren Patientensicherheit beitragen. Die interdisziplinäre Kommunikation und der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen werden daher immer wichtiger.

 

Kommunikation ist aber nur dann effizient, wenn sie schnell, sicher und asynchron erfolgt. Was Telefon, E-Mail und Fax nicht leisten können, bietet der klinische Messenger Join und dessen Companion-App JoinTriage. Wie das konkret aussehen kann?

 

Beispiel Schlaganfall

Für Rettungskräfte ist es nicht immer einfach, einen Schlaganfall als solchen zu erkennen oder die Schwere eines Schlaganfalls zu bestimmen. Das führt dazu, dass in den meisten Fällen die nächstgelegene Klinik angefahren wird, auch wenn diese ggf. nicht in der Lage ist, den Patienten erfolgreich zu behandeln. 

 

Mit JoinTriage können die Rettungskräfte den Schweregrads eines Schlaganfalls bestimmen.  Die App zeigt die nächstgelegenen Kliniken an, die den Schlaganfall adäquat behandeln können. Das kann bedeuten, dass bei einem schweren Schlaganfall eine längere Fahrt zum Krankenhaus sinnvoll ist, weil dort die benötigte Thrombektomie durchgeführt werden kann. Ein zeitintensiver, potentiell tödlicher Sekundärtransfer entfällt.

 

Beispiel Kunstherz

Kunstherzpatienten können heute mehr als fünf Jahre über ein dauerhaftes Herzunterstützungssystem (Ventricular Assist Device – VAD) versorgt werden, was eine intensive Nachsorge und enge Betreuung erforderlich macht. Die Patienten notieren wichtige Vital- und Gerätewerte täglich auf Papier und bringen diese zur Standard-Untersuchung mit, die einmal pro Quartal stattfindet. Das birgt Risiken: Typische Komplikationen wie Driveline-Infektionen, Schlaganfall oder Herzversagen lassen sich nur schwer im Vorfeld erkennen.

 

Durch den Einsatz von Join können solche Komplikationen frühzeitiger erkannt und entsprechend behandelt werden, sei es durch Umstellung der Medikation oder die Aufnahme in die Klinik. Über die App senden die Patient*Innen ihre Werte täglich an die Klinik, außerdem können sie telemedizinische Sprechstunden in Anspruch nehmen. 

 

Beide Beispiele verdeutlichen, wie eine bessere Vernetzung und Kommunikation aller Akteure im Gesundheitswesen die Patientensicherheit und Versorgungsqualität steigern können.